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Wir treten als Top-Anbieter in Süddeutschland an

Klaus Krumrey, Geschäftsführer der Stadthallen GmbH.
an

2. AUGUST 2012
 

Seit Juni ist Klaus Krumrey als Nachfolger von Stadthallengeschäftsführer Volker Schmidtke im Amt. Der gebürtige Karlsruher hat Erfahrung mit kniffligen Management-Aufgaben: Bis Dezember 2010 leitete er das Wissenschafts- und Kongresszentrum in Darmstadt. Dort hatte er 2008, ebenfalls ohne lange Vorbereitung, die Stelle des überraschend ausgeschiedenen Geschäftsführers übernommen. Für den Chef der Stadthallen GmbH heißt es, Gas geben, damit bis zur Silvestergala am 31. Dezember alles unter Dach und Fach ist.


 

Herr Krumrey, Sie haben überraschend die Stelle des ausgeschiedenen Stadthallen-Geschäftsführers Volker Schmidtke übernommen. Viele bezeichnen Sie nun als Feuerwehrmann – sind Sie das?
Klaus Krumrey: Im Moment passt das Bild des Feuerwehrmanns tatsächlich. Aber der Begriff stammt eigentlich aus meinen Tätigkeiten in Böblingen und Sindelfingen und später in Darmstadt. Meine Kollegen aus der Branche sagen öfter: "Wenn kurzfristig jemand gesucht wird, dann wirst Du geholt!"

Mussten Sie lange überlegen, bevor Sie das Angebot annahmen?
Klaus Krumrey: Ein wenig schon. In Darmstadt hatte ich gesagt, ich höre auf, bevor ich siebzig werde – und habe es getan. Aber: Es bringt auch eine gewisse Befriedigung, im Rentenalter noch einmal so etwas anzugehen und zu merken, man wird gebraucht. Ich denke, Berufserfahrung ist in diesem Bereich viel Wert. Von daher ist es eine tolle Aufgabe, "Feuerwehrmann" in Reutlingen zu sein.

Um im Bild zu bleiben: Wo brennt es gerade am meisten?
Klaus Krumrey: Ich denke, eine der wichtigsten Aufgaben ist es jetzt, Vertrauen zu schaffen und den Betrieb der Stadthalle aus den negativen Schlagzeilen heraus zu holen.

Sie haben Ihre erste vertrauensfördernde Maßnahme gerade hinter sich: Vor zwei Wochen waren Sie auf der Locations-Messe in Esslingen vertreten.
Klaus Krumrey: Dort hatten wir einen sehr guten Auftritt. Wir wurden von Mitbewerbern der Region Stuttgart sehr bewusst wahrgenommen. Die wissen, wenn die Stadthalle startet, dann ist hier eine Premium- Location am Markt!

Wie war das Interesse bei solchen Messe-Besuchern, die die Halle mieten könnten?
Klaus Krumrey: Wir hatten 45 Kontakte mit Veranstaltern, die als Mieter in Frage kommen könnten. Das ist eine ganze Menge für eine kleine Messe dieser Art. Im September und Oktober werden wir dann als ein "Top-Anbieter in Süddeutschland" bei den Locations-Messen in Essen und Hanau auftreten.

Wie werden Sie die Halle vermieten? Klaus Krumrey: Natürlich sind wir regional ausgerichtet. Viele Kontakte zu lokalen Firmen und Institutionen bestehen schon. Darunter sind zum Beispiel die Kliniken in Reutlingen und Tübingen, die regelmäßig Veranstaltungen machen. Auch zu den Hochschulen besteht bereits Kontakt. Weitere Schwerpunkte der Akquise betreffen die Region Stuttgart und Baden-Württemberg. Es gibt Veranstalter, die im ganzen Bundesgebiet mit ihren Veranstaltungen rotieren. Auch da möchten wir dabei sein! Man muss auch über den Kirchturm hinaus blicken!

Wie viele Veranstaltungen sind bereits gebucht, und wie sieht Ihre Zielvorgabe aus?
Klaus Krumrey: Nach dem heutigen Stand sind 100 Veranstaltungen für 2013 gebucht. Ich bin aber guten Mutes, dass wir insgesamt auf 200 bis 220 kommen werden. Es wird die Aufgabe meines Nachfolgers sein, diese Zahl kontinuierlich zu steigern. Auf dem Programm stehen unter anderem das Neujahrskonzert der Württembergischen Philharmonie, die Abba-Mania und das Russische Staatsballett. Im Februar folgen Kongresse und Firmenveranstaltungen.

Das sind große Events. Dennoch bleibt der Gedanke, dass es eine Halle für alle sein soll. Wie setzen Sie diesen Leitgedanken um?
Klaus Krumrey: Die "Halle für alle" bedeutet für mich, dass sich die Vielfalt des Lebens in der Region in der Halle widerspiegelt. Das heißt, dass sie Vereinen, Organisationen, kulturellen Gruppierungen aber auch Firmen zur Verfügung steht. Und warum sollte man nicht auch seinen 60sten Geburtstag im kleinen Saal feiern? Außerdem könnte bei der Antikmesse gleichzeitig ein Kammerkonzert eines hiesigen Orchesters stattfinden. Das Motto "Halle für alle" ist von Anfang an der Anspruch gewesen, den ich an mich und mein Team habe.

Welche Anforderungen an Ihr Team haben Sie sonst noch?
Klaus Krumrey: Dass man mit Herzblut dabei ist. Wenn ein Kunde anruft, soll der sagen können, "ich habe Ihren Mitarbeiter am Telefon lächeln hören". Unser Haus lebt davon, wie unsere Mitarbeiter mit den Kunden umgehen. Wir wollen so Gastgeber für Gastgeber sein. Wer die Stadthalle mietet, muss sich nicht um Organisation, Technik und Catering kümmern. Wir machen das für ihn. Deshalb sage ich, es gibt nur drei Dinge, die eine solche Halle braucht: Service, Service, Service!

Sie können aus Ihrem Büro auf die Halle schauen. Gefällt Ihnen, was Sie sehen? Klaus Krumrey: Ja, natürlich!

Wie gehen sie mit kritischen Stimmen zur Optik des Gebäudes um?
Klaus Krumrey: Über Geschmack lässt sich ja streiten. Ich finde die Architektur sehr außergewöhnlich. Nicht umsonst spricht Professor Max Dudler ja immer von einem Kunstwerk in Reutlingens Mitte.

Am 2. November wird die Stadthallen GmbH die Halle offiziell übernehmen. Wie geht es dann weiter?
Klaus Krumrey: Zunächst kommt die Silvester-Gala, um die uns meine Kollegen aus der Branche nicht beneiden (lächelt). Denn hier muss ja alles stimmen – kein Mikro darf an so einem Tag versagen. Dann die offizielle Eröffnung am 5. Januar. Und am 6. Januar kommt die echte Herausforderung: der Tag der offenen Tür. Wegen des großen Interesses in der Bevölkerung rechne ich mit 15 000 Besuchern in der Halle. Wir werden ein kleines Programm gestalten, das zeigt, was Kultur in Reutlingen heißt.

Worauf freuen Sie sich im Zuge der Eröffnung am meisten?
Klaus Krumrey: Ich freue mich auf viele Leute, die sagen, die Halle ist toll, das nehmen wir gerne an.

Ihr Vertrag läuft bis Januar nächsten Jahres. Wie konkret stehen die Aussichten auf einen Nachfolger?
Klaus Krumrey: Die Ausschreibung läuft. Am vergangenen Samstag waren die Inserate für die Geschäftsführer-Stelle in der Stuttgarter Zeitung und in der Süddeutschen. Im September will der Aufsichtsrat dann die Personalentscheidung treffen. Für mich persönlich ist das eine ganz spannende Zeit. Denn für die Stadthalle müssen wir einen qualifizierten Nachfolger beziehungsweise eine Nachfolgerin finden.

Fragen von Anja Allmeritter

02.08.2012 - aktualisiert: 16.08.2012 11:07 Uhr

 






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