12. Juli 2012
Das Stadtmuseum zeigt noch bis zum 16. September die Werke von zwölf Zeichenlehrern, die seit Beginn des 19. Jahrunderts an der Universität Tübingen gewirkt haben. Die Ausstellung gibt einen kleinen Querschnitt ihres Schaffens wieder.
Das Spektrum dieser »kleinen Tübinger Kunstgeschichte« reicht von schwäbisch-klassizistischen Porträts zu atmosphärisch aufgeladenen, genrehaften Bildern; von traditionellen Stadtansichten und Landschaftsbildern bis hin zu den außergewöhnlichen Bildausschnitten des Expressionismus. Vor allem die Künstler des 20. Jahrhunderts haben ausdrucksvolle Akzente gesetzt. Es sind dies Gerth Biese, Martin Schmid, Gabriele Schulz und Frido Hohberger.
Die Zeichnung stellt seit jeher eine wichtige Grundlage der Wissensaneignung und universitären Forschung, Vermittlung sowie Bildung dar. Sie ist somit ein zentrales Medium der Universität. In Tübingen kann die Institution des Universitätszeichenlehrers auf eine knapp zweihundertjährige Geschichte zurückblicken. Zunächst wurden die Lehrer für anatomisches und naturwissenschaftliches Zeichnen eingesetzt.
Immer wieder kam jedoch die Frage auf, inwieweit das Fach neben dem Vorlagenzeichnen eine künstlerische Ausrichtung haben sollte und welches Gewicht der kunstwissenschaftlichen Lehre neben dem kunstpraktischen Unterricht zukäme. Bis heute können Studierende von einem umfassenden Angebot profitieren, das die Vermittlung kunsthandwerklicher Fertigkeiten, unterschiedliche Techniken und Medien genauso im Blick hat wie die theoretische Auseinandersetzung über Kunst.
Viele der Künstler sind in der städtischen Sammlung vertreten, da sie im künstlerischen Leben der Stadt eine wichtige Rolle spielten und auf einigen Bildern auch Tübinger Motive dargestellt sind. Neben einigen wichtigen Leihgaben konnte die Ausstellung deshalb aus eigenen Beständen zusammengestellt werden.