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Die erste Veranstaltung wird die spannendste

Die Reutlinger Stadthalle.
pr

26. APRIL 2004
 

"Wir sind gut im Lauf", betont Volker Schmidtke. Seit knapp 16 Monaten ist der Geschäftsführer der Stadthallen GmbH im Amt und hat in dieser Zeit schon manche kalte Brise abbekommen. Das jedoch merkt man dem 45-Jährigen nicht an. "Meine Arbeit macht mir Spaß", lautet sein Fazit trotz spannender Wochen, in denen es Kritik von Seiten der Reutlinger Kulturschaffenden hagelte.
 

"Wir sind genau da, wo wir plangemäß sein wollen", berichtet er. Rund 200 Veranstaltungen für die Stadthalle sind vorgemerkt. Drei sind bereits der Öffentlichkeit vorgestellt worden – zwei Konzerte und ein Ballett werden im Januar über die Bühne des Großen Saals gehen. Weitere werden vom Team mit Volldampf bearbeitet. "Die Verträge gehen zurzeit laufend raus", betont Schmidtke. Dabei hat alles ganz klein angefangen im zweiten Stock des Krankenhäusles. "Wir sind von null gestartet", unterstreicht Schmidtke. Und null heißt, es gab weder Telefon, noch Schreibtisch, noch PC.

Wie bei jeder anderen Unternehmensgründung galt es, die betriebliche Infrastruktur, die Arbeitsabläufe und natürlich das Team aufzubauen. Elf Mitarbeiter hat er mittlerweile zur Seite, darunter zwei Auszubildende. Er ist froh über ein fähiges, hochmotiviertes Team, betont Schmidtke, der von 2006 bis 2010 den Dresdner Kulturpalast gemanagt hat. Gearbeitet wird ab acht Uhr mit offenem Ende. Arbeitswochen mit 50 bis 60-Stunden sind im Moment die Regel. "Für den Chef und die Mitarbeiter gleichermaßen", so der Geschäftsführer. Aber Stress ist für den 45-Jährigen kein großes Thema.

Das gehört mit zum Job – genau wie der Spaß. Entsprechend entspannt ist die Atmosphäre im zweiten Stock des Krankenhäusles, wo sich die Büroräume befinden. Im Besprechungszimmer läuft leise Musik aus dem Radio, die Absprachen mit den Kollegen funktionieren über den Gang hinweg. Die Tür zum Chef-Büro steht meistens offen. Trotzdem: Es liegen harte Wochen hinter dem gebürtigen Bremer.

Kritik kam vor allem von den Kulturschaffenden, die sich daran störten, dass die Betriebsgesellschaft nicht eilig genug Mietpreise für die Halle veröffentlichte. Außerdem wurde die Höhe der Preise moniert. Für Volker Schmidtke ein unnötiger Aufreger: "Wir haben plangemäß unsere Preise zum 1. Januar 2012 im System gehabt". Dann nämlich ging das Buchungssystem an den Start. Weitere Klärungen zum Thema Miete gab’s am 23. März von städtischer Seite. Hier wurden bekanntlich die Förderbeträge für Vereine veröffentlicht. Seither ist die Diskussion abgeflacht. "Für mich ist die Sache endgültig vom Tisch", so Schmidtke.

Den künftigen Kunden der Stadthallen GmbH bietet er an, umfangreiche Informationen über Leistungen und Kosten darzustellen. "Denn, es gibt nicht so etwas wie, das kostet eine Veranstaltung". Jede Vermietung sei eine sehr individuelle Sache, und müsse einzeln kalkuliert werden. Mit dem Vermieten von großen Hallen kennt sich der ehemalige Geschäftsführer der Dresdner Konzert- und Kongressgesellschaft mbH aus. Wie das Veranstaltungsprogramm aussehen werde, bestimmten letztendlich die Veranstalter, die die Halle buchten. "Und die gehen danach, was gefällt", so Schmidtke, dem vorgeworfen wurde, er versäume, der Halle ein kulturelles Image zu geben.

Schmidtke dazu: "Eine Kulturkonzeption für Reutlingen machen die Kulturschaffenden, nicht der Geschäftsführer der Stadthallen GmbH". "Unsere wichtigste Aufgabe ist jetzt die Arbeit am Kunden", betont er. Die Buchungsanfragen gehen teilweise bis ins Jahr 2015. Ein großes Projekt ist in den kommenden Monaten die Inbetriebnahme der Halle. "Wir übernehmen sie Stück für Stück", so Schmidtke, dessen rechte Hand in dieser Phase sein Technikleiter ist. Bis zur Eröffnung im Januar 2013 wird jedes Mischpult, jedes Mikro, jede Toilettenspülung getestet. Trotzdem: Die erste Veranstaltung wird die spannendste. "Natürlich wird es Testläufe geben, aber trotzdem kann am Anfang auch mal was schiefgehen. Die ersten Wochen sind eine Aufgabe, die wir sehr ernst nehmen", sagt Schmidtke.

Und was steht privat an für den Berufsmenschen Schmidtke? "Zurzeit bin ich auf der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus in Reutlingen". Dann können Frau und Tochter bald nachkommen. Sie haben bisher noch nicht den Sprung von Dresden nach Reutlingen gewagt.

ANJA ALLMERITTER

26.04.2012 - aktualisiert: 02.07.2012 15:52 Uhr

 






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