Grenzenloser Genuss: Solics Variante des Rostbratens kombiniert Meeresfrüchte und Fleisch. Die Knoblauchsoße rundet das Ganze elegant ab. Foto: Reisner
2. Februar 2012
Dalmatinischer Rostbraten mit Rosmarinkartoffeln und Knoblauchbutter
Für 4 Personen
Zutaten:
4 Rostbraten zu je 225 gr
20 Stk. Riesengarnelen
Butter
1 Knoblauchzehe
4 Tomaten
8 Kartoffeln (festkochend)
Rosmarin (frisch)
Salz
Pfeffer
Zubereitung
Zuerst das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen, bis zum gewünschten Garpunkt grillen beziehungsweise in der Pfanne braten.
Die Riesengarnelen bis zum Schwanz einschneiden, in heißer Butter mit etwas Salz und Pfeffer anbraten, bis sich die Schale der Garnelen anfängt sich zu lösen.
Anschließend die Tomate halbieren und von ihren Kernen trennen, dann würfeln und zu den Garnelen geben, den gepressten Knoblauch hinzufügen und nach etwa zwei Minuten vom Herd nehmen. Vorgekochte Kartoffeln schälen, in große Würfel schneiden und in Butter anschwenken.
Anschließend mit Salz, Pfeffer und Rosmarin würzen und die Pfanne mit den Garnelen komplett über das Fleisch geben.
DER SONNTAGSBRATEN
Der Name ist Symbol. Früher stand der Sonntagsbraten auf fast jedem Tisch. Die Familie versammelte sich zum Essen, das sich vom Rest der Woche unterschied. Die Zeiten ändern sich.
Heute soll der Sonntagsbraten für das Besondere im Alltäglichen stehen. Der WOCHENBLATT-Sonntagsbraten will Anregungen geben, sich selbst an den Herd zu stellen oder das Angebot der hervorragenden Küche aus der Region zu testen. Dazu geben Küchenmeister Einblick in ihre Kunst und stellen einen »Sonntagsbraten« vor.
Das Glück tropfte vom Himmel
Der Regen brachte ihm Gäste und am Ende den Erfolg. Als Jure Solic 1978 nach langer Suche in Pfullingen das Gasthaus Löwen als sein neues Domizil entdeckt hatte, eröffnete der Kroate seine neue Gastwirtschaft just an »dem« Pfullinger Kirbewochenende. Auf der Speisekarte des Lokals standen Spezialitäten aus seiner Heimat. Das war in der Echazstadt etwas ganz Neues und Außergewöhnliches. Solic war 1962 als Gastarbeiter der ersten Stunde nach Deutschland gekommen war und wollte, nach ersten Erfahrungen im Gastgewerbe in Freudenstadt, in Pfullingen sich eine neue Existenz aufbauen.
Doch ausgerechnet am Eröffnungstag schüttete es wie aus Kübeln, berichtet Sohn Nikola Solic. Was aber im ersten Moment nach schlichtem Pech aussah, entpuppte sich danach als Schlüssel zum Glück. Denn weil die Leute ob dem Nass nicht auf die Kirbe gehen konnten, drückten sie die Nasen an den Fenstern der Gastwirtschaft mit den fremden Gerüchen platt. Die Ersten wagten sich hinein und waren von der Kochkunst und dem Angebot schlichtweg begeistert. Schließlich hieß Jure Solics Motto »Gut, günstig, reichhaltig«, was bei Schwaben ja bekanntlich gut ankommt. Von nun an begann der Siegeszug des Restaurants Split. Bald kamen die Mitglieder der großen Pfullinger Vereine wie der Eintracht, des Liederkranzes, des VfL Pfullingen und auch Gemeinderatsmitglieder ließen sich blicken. Schon nach ein paar Monaten war das Gasthaus regelmäßig gut gefüllt.
Aus nah und fern kamen die Gäste. Bis 1992 führte Jure Solic das Restaurant in Pfullingen, danach ging er nach Reutlingen in das Gebrüder Wagner-Haus. 2003 ist dann der Gründer verstorben. Sohn Nikola wollte wieder nach Pfullingen zurück. »Mit dem Georgenberg haben wir genau das richtige Haus gefunden. Es passt optimal zu unseren Plänen und Ideen«, sagt der 50-Jährige, der nur ab und zu hinterm Tresen steht. Seine Frau Lilja führt das Restaurant und sorgt für die leckere Küche. Gemeinsam mit Koch Daniel Dzijan zaubert sie typisch kroatische Grillspezialitäten genauso wie schwäbisch oder internationale Köstlichkeiten auf die Teller der Gäste. Ehemann Nikola ist dagegen nicht in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Er hat den Beruf des Betriebswirtes erlernt und arbeitet bei einem großen Reutlinger Autohaus. Das Restaurant in Pfullingen sehen beide nicht als Übergangslösung. Eher als neue Heimat, wo sie die Gäste noch lange verwöhnen wollen.
Restaurant Solic
Das Haus hat eine lange Geschichte. Im Jahr 1895 erbaut, diente es in den ersten Jahren als Bäckerei und schon damals als gastliche Stätte. Dort wo heute der Nebenraum ist, war die Schankwirtschaft. »Es gibt noch Gäste, die sich daran erinnern, dass man hier mal Brezeln und Brötchen kaufen konnte«, erzählt Restaurant-Inhaber Nikola Solic.
Wo heute die Theke ist, hat Georg Wolf und seine Frau früher frísche Backwaren verkauft, daneben war die Backstube. Der Nebenraum diente als kleine Schenke. Hinter dem Haus wartete eine Destilliermaschine darauf, bedient zu werden. Das Brennrecht allerdings erlosch mit dem Verkauf an Nikola Solic. Doch der 50-Jährige ist voller Ideen. In das Brennhäuschen will der Betriebswirt im Laufe des Jahres einen kroatischen Grill, einen sogenannten Peka, einbauen. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Römertopf und wird auf einem heißen Stein erhitzt, der wiederum durch ein Holzfeuer seine Wärme erhält.
Kleinere Gesellschaften können dann für ihre gesellige Runde den Grill anmieten. »Auf die Schnelle geht das nicht«, sagt Nikola Solic. Für diesen Herbst planen die Wirtsleute die Einrichtung des Pekagrilles, so dass man schon seine Weihnachtsfeier dort abhalten kann.
WEINTIPP von Lilja Solic Grasevina und Plavac
Die Inhaberin des Pfullinger Restaurants Solic, Lilja Solic, empfiehlt zu ihrem Dalmatinischen Rostbraten gleich zwei Weine: Für Weißweinliebhaber einen Grasevina aus dem Herzen ihrer Heimat Kroatien, der mit der Welschriesling-Traube gekeltert ist. Von dort stammt auch der Rotwein. Ein Plavac passt nach ihrer Meinung ebenfalls zu dem aromareichen Mahl.