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Investition in die Sicherheit

Zehn Beteiligte griffen in der vergangenen Woche zum Spaten, um symbolisch den Baustart des neuen Mössinger Polizeipostens einzuläuten.
Foto: Petra

2. September 2010
 

Zwar kein Polizeirevier, aber doch ein neuer Polizeiposten: In der vergangenen Woche setzten die Beteiligten zum Spatenstich in der Mössinger Karl-Jaggy-Straße an. Dort soll innerhalb eines Jahres das neue Domizil der Mössinger Ordnungshüter entstehen.
 

An die »höhere Spatenstich-Frequenz«, ausgelöst durch die Investitionsprogramme von Bund und Land, könne er sich glatt gewöhnen, erklärte der Leitende Baudirektor des Tübinger Amts für Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Bernd Selbmann. Derzeit müssten in seinem Amt 25 Projekte gleichzeitig gestemmt werden.

Eines davon ist der Neubau des Mössinger Polizeipostens. Zwei Millionen Euro investiert das Land in das Bauprojekt, erklärte Stefan Scheffold, Staatssekretär im Finanzministerium. Auch dies zeige den »hohen Stellenwert, den die Polizei in der Landespolitik hat«, so der Politiker. Bis zum Herbst 2011 soll rund 400 Meter vom bisherigen Standort in der Bahnhofstraße der zweigeschossige Neubau entstehen. Rund 580 Quadratmeter Nutzfläche stehen dann den 16 Beamten der Mössinger Polizei sowie ihrem Fuhrpark zur Verfügung. Zur Wärmeversorgung sei eine Geothermieanlage geplant. »Mit dem neuen Gebäude verbessern sich die Arbeitsbedingungen für die Bediensteten spürbar«, so Scheffold.

Landespolizeipräsident Wolf Hammann nutzte die Gelegenheit, um einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. In den Anfangsjahren des Postens in der Bahnhofstraße, sei Postenführer Jakob Leist noch mit einem Motorrad unterwegs gewesen -­ den Delinquenten im Beiwagen, den Kollegen als Sozius hinten drauf. Damals hätte der erhobene Zeigefinger ausgereicht, um fahradfahrende Lausbuben zur Einhaltung der Straßenverkehrsordnung zu bewegen. Um eine dauerhaft niedrige Kriminalitätsrate auch heute zu gewährleisten, sei der Neubau notwendig geworden. Das Grundstück in der Karl-Jaggy-Straße hätten die Planer mit Bedacht gewählt, berichtete Hammann. Dort könne man im Bedarfsfall noch ausbauen, um die weitere Sicherheit zu gewährleisten. Denn: »Wir bauen nicht für die 16 Polizisten, sondern für die Mössinger«, so Hammann.

»Wir freuen uns riesig«, erklärte der Leitende Kriminaldirektor Thomas Züfle. Die Pläne des Stuttgarter Architekturbüros versprächen ein ganz besonderes Bauwerk mit offenem und freundlichem Ambiente. Er sehe dies auch als Metapher dafür, wie die Polizei sich gegenüber den Bürgern sehe ­ offen, transparent und einladend. Auch wenn ein kleiner Teil der Gäste, die eher unfreiwillig den Mössinger Polizeiposten besuchten, »das als weniger einladend empfinden«.

Der Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner sieht es als »ein Stück Lebensqualität, die Polizei ansprechen zu können«. Ein entsprechender Posten sorge dafür, dass der Ansprechpartner nicht nur ein Schlagwort bleibe, sondern real werde.

»Mir wäre der Spatenstich zum Neubau eines Polizeireviers, für das Mössingen seit 35 Jahren kämpft, lieber gewesen«, erklärte Noch-OB Werner Fifka. Er wolle sich jedoch bemühen, nicht nur »das halb leere Glas zu bejammern, sondern mich über das halb volle Glas zu freuen«. Zudem habe er mit Freude registriert, dass in den Bauplänen schon eine Erweiterung in Richtung Revier vorgesehen ist. Dies sei für ihn »ein kleiner Erfolg im jahrzehntelangen Bemühen um das Polizeirevier und mehr Sicherheit«. Das Thema allerdings werde er an seinen Nachfolger weiter geben müssen.

Bevor die zehn Beteiligten jedoch zum Spaten greifen durften, zückte der Oberbürgermeister noch schnell sein Mitbringsel: Die Baufreigabe für das Projekt, die er gleich selbst mitbrachte.
 
 

-ph

02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 10:07 Uhr

 

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