2. Spetember 2010
Sommerende. Ein paar Tage Ferien sind noch übrig. Aber für die Meteorologen ist der Sommer schon zu Ende. Vielleicht war er gar nicht so schlecht, wie dieser Sommer jetzt nach dem rekord-nassen und zum Schluss auch noch herbst-kalten August gemacht wird. Und womöglich werden diese restlichen Ferientage ja auch noch ein wenig freundlicher. Für die Heimkehrer aus wärmeren und sonnigeren Urlaubsregionen wäre es die denkbar beste Variante. So langsam wird es für Eltern, Schüler und Studenten auch Zeit, sich aufs neue Schuljahr und das kommende Semester vorzubereiten: Hefte kaufen und Stifte, Bücher und Software...
Vuvuzela. Wo sind eigentlich die ganzen Tröten geblieben, die einem während der frühsommerlichen Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zuweilen die Ruhe und den erholsamen Nachtschlaf geraubt haben? Millionen werden es bundesweit gewesen sein, gefühlte Tausende in Tübingen. Aber alle Befürchtungen, dass sich diese Vuvuzelas als dauerhäfte Nervensägen in der alltäglichen Lärmkulisse einbürgern könnten, haben sich als völlig unbegründet herausgestellt. Auch die ganzen Fahnen sind irgendwohin verschwunden. Ab und an sieht man noch ein schwarz-rot-goldenes Außenspiegel-Kondom. Aber auch das wird der Fahrtwind mit der Zeit entsorgen.
Arm-Jogging. Nicht wenige Sportsfreunde trainieren ja wie jedes Jahr gewissenhaft für den Tübinger Stadtlauf am übernächsten Samstag. Die übrige Fitness-Szene, die sich ja in erheblichen Teilen weniger dem Sport als der erhofften Schönheit und Schlankheit verschrieben hat, braucht immer wieder was Neues. Vibriergürtel beim Traben sollten dem Bauch besonders effektiv an den Speck gehen, gigantische Unterdruck-Kammern das Laufen zur Turbo-Fett-Schmelze machen. Der letzte Schrei ist jetzt das Arm-Radfahren, Kranking genannt. Es soll schlaffes Armgewebe straffen ohne dabei gleich unerwünschte Muskelberge aufzubauen, und dabei der Ausdauer und einem leistungsfähigen Herz-Kreislauf dienen. Das Gerät erinnert freilich ein wenig an jene Rollstühle, mit denen behinderte Menschen per Handkurbel ihre Mobilität verbessern können. Auf jeden Fall ist es gut fürs Geschäft.
Drogentod. Offenbar kursiert in der Tübinger Szene wieder ein Stoff von ungewöhnlich hoher Reinheit. Dieses Heroin hat binnen kurzer Zeit nun schon den dritten Fixer das Leben gekostet. Ein obdachloser Mann, den die beobachtende Polizei noch nicht als Abhängigen kannte, wurde am Sonntagmorgen in Tübingen tot unter der Hegelstraßen-Brücke, die über die Steinlach führt, aufgefunden. Gerade weniger erfahrene, neue Fixer scheinen in großer Gefahr, sich den »Goldenen Schuss« zu geben. Absichtlich tun das wahrscheinlich die wenigsten.