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Sportsfreund der Woche "Stille Helden"

26. AUGUST 2010
 

Endlich mal wieder die Familie sehen. Endlich mal wieder in den Wald gehen oder einfach mal wieder selbst die Joggingschuhe schnüren. Die Sommerfrische bietet uns Sportsfreunden ja endlich mal wieder Zeit für andere Dinge als das ewige Glotzen. Ein Ereignis jagt dieses Jahr das andere.

Vieles haben wir schon wieder vergessen. Oder wer erinnert sich noch an die Olympischen Spiele in Vancouver, die im Januar über die Bühne unseres Lebens flimmerten? Die Fußball-WM ist auch schon Geschichte, die Tour de France ebenfalls.

Nach den vielen großen und kleinen Veranstaltungen und Fernsehdauerbrennern bleibt mal ein bisschen Zeit, über den Sport und seine stillen Helden nachzudenken. Diejenigen in den Mittelpunkt zu stellen, die am Anfang des Erfolges eines jeden Spitzensportlers stehen.

Die stillen Helden im Hintergrund der Vereine sorgen dafür, dass Kinder- und Jugendliche zu ihren Fußball-, Handball oder Leichtathletikwettkämpfen kommen. Dass sie trainieren können. Sie braten Würste und schleppen Kisten, sie bauen am Stadion mit und putzen auch mal Toiletten. Damit unsere hoffnungsvollen Talente, aber auch die Aktiven ihr Hobby ausüben können.

Chapeau vor all den vielen Freiwilligen, die sich in Sportvereinen Tag für Tag plagen und engagieren. 7,5 Millionen Freiwillige in 91 000 deutschen Sportvereinen leisten jährlich über 500 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit für rund 27 Millionen Mitglieder, rechnet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vor. Sie tun dies in unterschiedlichen Funktionen ­ 1,2 Millionen auf Vorstandsebene, 1,6 Millionen in Funktionen wie Trainer oder Schiedsrichter, 4,7 Millionen helfen bei Veranstaltungen, im Spiel- und Wettkampfbetrieb.

Der ehrenamtliche Beitrag zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung beträgt laut Sportentwicklungsbericht 2005/2006 über 8,5 Milliarden Euro. Dieser Einsatz schafft einen enormen Gewinn an Lebensqualität in unserer Gesellschaft und sichert die Zukunft der Sportvereine. Dieser Einsatz kann nicht hoch genug gewertet werden.

Er macht unsere Welt ein bisschen menschlicher. Deshalb sollten wir diesen Menschen auch die entsprechende Achtung entgegen bringen. Denn, wie schrieb schon der Dichter Friedrich Freiherr von Logau (1604- 1655): "Achte, willst Du glücklich sein, Ehrenstellen nicht zu klein! Wer, was hoch ist, gar nicht schätzet, der wird selten hochgesetzet."
 
 

Dieter Reisner

26.08.2010 - aktualisiert: 26.08.2010 11:24 Uhr

 

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