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"Manchmal wäre ein bisschen mehr Gelassenheit nicht schlecht"

Jessica Wessel, Gelber Engel beim ADAC.
Foto: ADAC

26. August 2010
 

Sie helfen, wenn gar nichts mehr weitergeht. 1 700 Gelbe Engel des ADAC sind Tag und Nacht auf den Straßen Deutschlands im Einsatz und beheben kleine und manchmal auch größere Pannen an Fahrzeugen. Fünf solcher rollenden Helfer sind Frauen. Wir haben bei Jessica Wessel aus Winnenden nachgefragt, die seit einem Jahr bei den Gelben Engeln ihren Dienst tut.
 

Hallo Frau Wessel, Sie sind eine Frau als Pannenhelfer in einer Männerdomäne. Wie reagiert das starke Geschlecht, wenn Sie im gelben Auto angefahren kommen?
Jessica Wessel: Von freundlich bis verwundert ist die gesamte Bandbreite vorhanden, aber überwiegend sind die Reaktionen sehr positiv. Ab und an kommt schon einmal die Frage, ob Frauen denn das auch können. Da sage ich einfach: Natürlich, warum nicht.

Wie kamen Sie zu diesem Job?
Wessel: Die Gelben Engel waren für mich schon als Kind ein Begriff. Nachdem ich eine Fachausbildung zur Kfz-Mechatronikerin absolviert habe, lag diese Berufswahl gar nicht so fern. Ich bin jetzt seit einem Jahr als Gelber Engel unterwegs und habe noch keinen Tag bereut. Es ist sehr abwechslungsreich und immer eine große Freude, wenn ich den Menschen helfen kann, ihr Auto oder Motorrad wieder fahrbereit zu bekommen.

Werden Sie von allen Männern akzeptiert?
Wessel: Das denke ich, stellt kein Problem dar. Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen ist sehr gut, und ich erhalte auch stets gute Tipps von ihnen. Es ist sowieso gang und gäbe, dass wir uns untereinander helfen und Informationen austauschen.

Was macht eine Frau anders als Pannenhelferin?
Wessel: Da fällt mir spontan ehrlich gesagt nichts ein. Wichtig ist, dass man professionell an die Aufgabe herangeht, um die Pannenursache herauszufinden und versucht, sie zu beheben. Freundlichkeit ist für uns selbstverständlich ­ egal ob ein Mann oder eine Frau als Gelber Engel vor Ort ist.

Erhöht sich die Zahl und die Qualität der Einsätze während der Urlaubszeit?
Wessel: Im Sommer haben wir zum Teil genauso viele Pannen zu beheben wie in den Wintermonaten. Besonders bei sehr hohen Temperaturen sind viele Fahrzeuge anfälliger. Überhitzte Motoren sind in dieser Zeit häufig ein Thema, weil die Kühlerlüfter oder auch die Wasserpumpen Probleme bereiten.

Können Sie einen generellen Rat so von Frau zu Mann über den Umgang mit dem Heiligs Blechle geben, und wie man sich vor Pannen schützen kann?
Wessel: Manchmal wäre ein bisschen mehr Gelassenheit am Steuer nicht schlecht, vor allen Dingen schont eine vorausschauende Fahrweise auch das Fahrzeug und reduziert die Pannengefahr. Falls es jedoch doch einmal zu einer Panne kommen sollte, stellt diese natürlich auch eine Gefahr, vor allem an belebten Straßen, dar. Deshalb empfehle ich, stets eine Warnweste, ein funktionierendes Warndreieck sowie einen fahrzeugspezifischen Abschlepphaken dabei zu haben.
 
 

Fragen von Dieter Reisner

26.08.2010 - aktualisiert: 26.08.2010 10:25 Uhr

 

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