12. August 2010
Die Ausstellung »Kunst in Tübingen ‘10« läuft derzeit in der Tübinger Kulturhalle und im Stadtmuseum. Noch bis zum 12. September können Besucher die Werke einheimischer Künstler bewundern.
Bunte Gummistiefel schwimmen mitten in der Kulturhalle in Schüsseln, die mit Wasser gefüllt sind. »Aber ich will« ist als Titel auf einem Schild zu lesen. Wer in diesen Tagen den Ausstellungsraum in der Nonnengasse betritt, findet sich direkt vor dieser Installation von Jenny Winter-Stojanovic wieder. Sie gehört zu einer Ansammlung von Bildern, Skulpturen, Objekten und Installationen,die sowohl in der Kulturhalle als auch im Erdgeschoss des Stadtmuseums zu sehen ist.
Die jurierte Ausstellungsreihe »Kunst in Tübingen« wird vom Kulturamt seit 1995 angeboten. Sie wurde geschaffen als Möglichkeit für ortsansässige Künstler, ihre Werke öffentlich auszustellen und zum Verkauf anzubieten. Vorraussetzung für eine Teilnahme ist, dass die Künstler in Tübingen und Region leben, eine Zeit lang hier gelebt haben oder sich der Stadt auf besondere Weise verbunden fühlen. »Es geht in erster Linie darum, lokale Strukturen zu fördern« sagt Daniela Rathe, Leiterin des Kulturamtes.
Alle zwei Jahre ruft das Amt nun zur Einsendung von Kunstwerken auf; die Besten werden von einer wechselnden Jury ausgewählt. Die Juroren der aktuellen Ausstellung waren Holger Bunk, Professor an der Akademie für Bildende Künste Stuttgart, Dr. Susanne Kaufmann, Redakteurin des SWR und Daniel Schreiber, Kurator der Kunsthalle. Daniela Vogel, die Leiterin des Projektes, spricht von einem gewohnt großen Andrang der Künstler. In diesem Jahr gingen 200 Anmeldungen mit 591 Exponaten ein, letztendlich wurden 125 Werke von 74 Künstlerinnen und Künstlern aufgenommen.
Von Anfang an war das Interesse der Künstler an einer solchen Ausstellung groß. Vogel erzählt von der Entstehung des Projektes: bis 1995 habe es in Tübingen nur die Kunsthalle gegeben. Raum für lokale und freischaffende Künstler war Mangelware. Mit dem neuen Projekt sollte es möglich werden, »einen Überblick über die Kunst in Tübingen« zu geben, so Vogel. Weiterhin sei es dem Kulturamt wichtig, ein möglichst breites Spektrum des künstlerischen Schaffens zu zeigen. Daher gibt es auch keine Einschränkungen was die Gestalt der Werke angeht: Gemälde, Skulpturen, Installationen alles ist erlaubt.
Entstanden ist eine bunte Mischung: neben klassischen Werken sind Objekte ausgestellt, die mit außergewöhnlichen Materialien gestaltet sind.
Neben Gummistiefeln gehören auch ein Herz aus Trinkhalmen und ein Kronleuchter aus Plastikmännchen zu den auffälligen Werken des Arrangements. Der Stolz auf diese spannende Vielfalt ist Vogel anzumerken, auch die Zusammensetzung der Jury habe das möglich gemacht, meint sie.
Im Rahmen der Ausstellung ist es Besuchern möglich, einige der Künstler persönlich kennen zu lernen. Einige haben sich bereit erklärt, auf Anfrage ihr Atelier für Interessierte zu öffnen. Außerdem sind jeden Donnerstag um 15 Uhr jeweils vier Künstler persönlich anwesend und geben gerne Auskunft.
Kleine Künstler ganz groß
Inspiriert durch die aktuelle Sonderausstellung Kunst ‘10, entstehen im Stadtmuseum Tübingen derzeit kleine Kunstwerke. Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren zeichnen, malen und drucken eine ganze Woche lang Bilder zu ihren Lieblingsthemen. Unterstützt werden sie dabei von der Museumspädagogin Barbara Süss.
Die Werke werden zum Abschluss der Kinderkunstwoche im Foyer des Stadtmuseums präsentiert und anschließend zum Verkauf angeboten. Zur Vernissage am 13. August, 12.30 Uhr, im Stadtmuseum sind alle Interessierten herzlich eingeladen.
Die Kinderkunstwoche ist Teil des Tübinger Sommerferienprogramms. Die Ausstellung der Werke der kleinen Künstler ist bis zum Sonntag, den 22. August zu sehen.