5. August 2010
Hardrock, Glamrock, Softrock, Schlammschlacht - was war das für ein Wochenende, welches die Rock Of Ages Fans bei der mittlerweile fünfte Auflage des familienfreundlichen Festivals, erwartete. Und die wurden gleich am Freitag auf ihr Durchhaltevermögen getestet. Denn nach richtig kräftigen Dauerregen versank das Festgelände buchstäblich im Schlamm, sodass sich manch einer wohl mehr als nur ein paar Gummistiefel gewünscht hätte.
Vor Jahren hatte Veranstalter Horst Franz mit einer ähnlichen Situation zu kämpfen. Damals, beim Bang Your Head, dem Schwesterfestival zum ROA, ging es allerdings noch etwas schlimmer ab. Da gab‘s zum Regen auch noch Hurricane ähnliche Stürme, die so ziemlich alles durch die Luft fegten.
Um dem Publikum in Rottenburg eine Absage zu ersparen, reagierte die Franztruppe blitzschnell und hatte alle Hände voll zu tun. Tausende Liter Wasser wurden abgepumpt und zig Hänger mit Stroh herangekarrt, um das Laufen auf dem matschigen Boden erträglicher zu machen. Es half! Allerdings kann einen richtigen Musikfan das Wetter nicht wirklich erschüttern. Und die Bands auf der Bühne schon gleich gar nicht. Die Freitags-Headliner Gotthard und Golden Earing wussten schon, das Publikum in Windeseile auf »Ihre« Seite zu bringen.
Tags drauf ging‘s munter weiter. Diesmal bei bestem Wetter ganz ohne Regen. Manch einem sah man die Strapazen des Vortages zwar noch an, doch die waren schnell vergessen. Von den acht Bands, die für Samstag gebucht waren, gab‘s super gute Kritiken für die Jungs von Hole Full Of Love. Obwohl die ACDC-Verehrer bereits mittags spielten, schwärmten viele Besucher noch spät in der Nacht auf dem Heimweg von deren genialem Auftritt.
Mit den Ruhrpott-Hardrockern AXXIS konnte Franz nichts falsch machen. Im Gegensatz zu dem eher lahm rüber kommenden Russ Ballard, zelebrierte die AXXIS-Gemeinde textsicher jeden Song.
Erstaunlich war auch der Auftritt von Suzi Quatro. Die Glamrock-Lady, deren Glanzzeit in den 70ern lag, schien irgendwie einem Jungbrunnen entstiegen zu sein. Mittlerweile auch gute 60 Lenze zählend, schmetterte sie unter anderem ihre Hits, wie »Can The Can« und »48 Crash« unters Volk.
Und Foreigner, die etwas auf ihren Auftritt warten ließen, knallten als Headliner so richtig rein. Mag die Band in der Vergangenheit bei vielen eher als Vertreter der sanfteren Töne haften geblieben sein, so gab‘s in Seebronn gute zwei Stunden vollen Powerrock. Einen riesigen Anteil daran hat ganz sicher der neue Sänger Kelly Hansen, dessen Mimik samt gestenreichem Getue stark an Steven Tyler von Aerosmith erinnert. Mit ihren Welthits Hits »Jukebox Hero«, »Urgent«, »Cold As Ice« oder der super Ballade »I Want To Know What Love Is« ging‘s perfekt durch die Nacht.
Über 10 000 Fans waren dabei, sagt Ines Franz, deren Mann sich, wie immer, vom Publikum persönlich auf der Bühne verabschiedete. Ob‘s nächstes Jahr weiter geht, ließ er, im Gegensatz zu vorhergegangenen Festivals, offen. »Wir wissen es selber noch nicht«, sagt seine Frau.
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