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Heimatkunde für Fremdenführer

Beliebte Ausflugsziele: Die Wurmlinger Kapelle und die Burg Hohenzollern, deren Silhouette sich im Hintergrund abzeichnet.
Foto: Reisner

5. August 2010
 

Das ist ein Reflex: Natürlich will man den Freunden oder Verwandten das Schönste, das Spektakülärste, das Typischste und Einzigartige in und um Tübingen vorführen, wenn sie zu Gast sind.
 

Und dann fällt einem bei der Planung schon zweierlei auf: Der Blick für das Besondere der Heimat ist beim Einheimischen nicht besonders ausgeprägt. Die Dinge sind halt einfach da und irgendwie keiner besonderen Beachtung mehr wert. Und manche, zweite Beobachtung, kennt man eigentlich gar nicht, noch nicht oder nach all den Jahren kaum mehr.

Das Nachdenken geht dann ­ von der Stadt selbst in die nähere und dann die fernere Umgebung ­ ungefähr so: Neckarfront mit Stocherkähnen, Platanenallee und Hölderlinturm, dann das Ensemble der Altstadt mit der Stiftskirche, Marktplatz und Rathaus.

Im näheren Umfeld darf man das Kloster Bebenhausen mitten im Schönbuchforst nicht versäumen und die Wurmlinger Kapelle. Dann schweift die Fantasie auf die Alb und ihre Aussichtspunkte: die Salmendinger Kapelle, den Rossberg oder noch weiter zu den Burgen und Bergen. Da ist natürlich der Hohenzollern, das schwäbische Märchenschloss aus dem romantischen 19. Jahrhundert, bei Touristen aus Übersee längst fast so ein Muss wie Neuschwanstein. Und sommers und wochenends fürchterlich überfüllt.

Die Feste Hohenneuffen ostwärts bietet einen ähnlich eindrucksvollen Blick, die Burg Teck auch. Südlich wären Lochen und Lemberg, die Tausender der Alb eine Möglichkeit. Dabei ist Stuttgart mit seinem Fernsehturm ja viel schneller erreichbar. Überhaupt die Landeshauptstadt: attraktiv und grad vor der Haustür.

Man mag an die Bären- und die Nebelhöhle denken, an den Uracher Wasserfall und die Ruine darüber. Dort ist für die Wellness auch ein schönes Thermalbad, ähnlich wie in Beuren, wo es nebenan ein Freilichtmuseum gibt. Nie dagewesen bisher. Auch am Mössinger Bergrutsch nicht, auf den man nur kommt, weil der Gast aus Bremen Geologe ist.

Die Flachländer beeindrucken Aussichten schon sehr. Aber irgendwie haben sie dann doch oft eigene Ideen und Favoriten: Museum und Schokoladenfabrik in Waldenbuch, Shoppen sowieso oder sowas wie die Rockfestivals in Mössingen oder Seebronn. Das Rottenburger Römermuseum Sumelocenna hat auch einen Ruf. Automuseum Boxenstop plus Spielzeug -­ nie dran gedacht. Und der Hirschauer Baggersee kommt (auch nach dem Umbau) ganz gut mit seinem »Akropolis«- und Kapellenblick: Naherholung.

Jetzt sollte man noch nachschauen, was die Reiseführer so empfehlen. Aber eigentlich reicht das Nachdenken schon. Schön hier, eigentlich!
 
 

05.08.2010 - aktualisiert: 05.08.2010 09:48 Uhr

 

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