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Schimpfeck


29. Juli 2010
 

Er geht. Ein Diplomat sei er gewesen, wird Hans-Jürgen Dobler nicht erst jetzt nachgesagt, dem scheidenden Rektor des Tübinger Carlo-Schmid-Gymnasiums und geschäftsführenden Schulleiter für die Gymnasien. Seit 22 Jahren , also praktisch seit das Gymnasium im Feuerhägle selbständig wurde, leitete der promovierte Naturwissenschaftler und Lehrer für Biologie und Geografie die Schule. Seine Zugewandtheit, sein genauer Blick für die einzelnen Menschen, ob als Schüler, Eltern oder Kollegen, dazu eine mit Klarheit gepaarte Herzlichkeit prägten das Profil und die Atmosphäre am »Carlo«. Seine bisherige Stellvertreterin Hanna Sumski folgt ihm in der Leitung nach. Für die Gymnasien spricht künftig Ute Leube-Dürr vom »Uhland«.

Er kommt. Die als traditionell reich geltende Industriestadt Reutlingen ist Sitz der Industrie- und Handelskammer der Region Neckar-Alb, zu der auch die Kreise Tübingen und Zollernalb gehören. Sie vertritt nicht weniger als 37 000 Unternehmen. Jetzt hat die IHK einen Präsidenten aus Tübingen bekommen. Auf den Reutlinger Reifen-Fabrikanten Eberhard Reiff folgt der Tübinger Medizintechnik-Unternehmer Christian Otto Erbe, dessen florierendes Familienunternehmen 1847 in der Neuen Straße gegründet wurde.

Er bleibt. Er hält seinem Oberbürgermeister den Rücken frei. Und Boris Palmer weiß, was er an ihm hat. Michael Lucke hat die erste Hälfte seiner Amtszeit als zweiter Mann der Stadt hinter sich. Nicht wenige nennen den grundsoliden, weitblickenden und bienenfleißigen Sozialdemokraten den »geschäftsführenden Oberbürgermeister«. Quer durch die Fraktionen des Gemeinderats genießt er hohe Reputation. Das Liebäugeln mit dem OB-Posten in der Outlet-Stadt Metzingen währte nur kurz. Er trat an seinem vorherigen Dienstort trotz guter Chancen nicht zur Wahl an. Und es sieht auch nicht danach aus, als habe Michael Lucke weiteren Ehrgeiz jenseits von Tübingen. Wenn er die akuten Krisenjahre so souverän meistert wie seine erste Hälfte, dann wird er wohl eher gebeten werden weiterzumachen.

Er verliert. Tübingens sympathischer Läufer Filmon Ghirmai hat es nicht geschafft. Bei der Europameisterschaft der Leichtathleten in Barcelona - wo Dieter Baumann 1992 mit seinem Olympia-Gold über 5000-Meter zur Legende wurde - hat sich der 31-jährige bei einem ungewohnt langsamen Finale über 10 000 Meter schlicht taktisch verzockt und brach in der zweiten Rennhälfte ein. Weit unter seiner Bestzeit lief er auf Platz 15 ins Ziel. Schade. Am heutigen Donnerstag versucht Arne Gabius sich fürs Finale über 5000 Meter zu qualifizieren, dasselbe probiert Sprinter Marius Broening, inzwischen für München startend, am Samstag mit der Staffel. Vielleicht sind viele nach der Fußball-WM mit genug Sport bedient. Aber die traditionell starke Leichtathletik-Szene Tübingens blickt schon aufmerksam in die katalonische Hauptstadt.
 
 

-mab

29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 10:06 Uhr

 

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