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Die Zukunft beginnt jetzt

swt-Geschäftsführer Achim Kötzle (l.) und Ortwin Wiebecke (r.) sowie Oberbürgermeister Boris Palmer.
Foto: Stadtwerke

29. Juli 2010
 

Mit »jetzt« beantwortete der Energiepolitische Geschäftsführer der Tübinger Stadtwerke, Achim Kötzle, die Frage, wann denn das Zeitalter der Elektro-Mobilität eingeläutet werde. Denn die Stadtwerke (swt) nahmen in der vergangenen Woche ihre erste Elektro-Ladestation und ­ passend dazu ­ ein Elektro-Auto sowie ein Pedelec in Betrieb.
 

»Wenn du groß bist, wirst du mal ein richtiges Auto«, möchte bestimmt der eine oder andere dem neuen Elektro-Fahrzeug der Tübinger Stadtwerke hinter vorgehaltener Hand zuflüstern, wenn er dem futuristisch grün-weiß-grauen Gefährt im Straßenverkehr begegnet.

Doch mitleidiges Kotflügel-Tätscheln ist nicht nötig, denn unter der Haube hat der kleine Italiener ­ ein »Tazzari-Zero« ­ weit mehr zu bieten, als die meisten seiner großen Verwandten. Das Fahrzeug punktet nicht mit horrenden PS-Zahlen und besonders windschnittigem Design, sondern in einer Disziplin, die immer wichtiger wird: der CO2-Bilanz.

Je nach dem, wie sich der Strom zusammensetzt, der genutzt wird, um die Akkus des Autos wieder aufzuladen, reduziert sich der Emissionsausstoß erheblich. Fließen Strom aus Braunkohle oder der durchschnittliche deutsche Strom-Mix aus der Steckdose, steht der CO2-Ausstoß mit über 160 und 107 Gramm pro Kilometer konventionell mit Benzin oder Diesel betriebenen Fahrzeugen zwar in fast nichts nach.

Das ändert sich jedoch drastisch, wenn der Akku umwelttechnisch sinnvoll mit Ökostrom aus 100 Prozent regenerativen Energien aufgeladen wird. Dann belastet der Fahrer die Umwelt mit nur fünf Gramm pro Kilometer. Diese Emissionen entstehen, wie bei Elektroantrieben üblich, nicht direkt am Fahrzeug, sondern in der Vorkette, also bei Produktion und Transport des Stroms.

Mit gänzlich aus Wasserkraft erzeugter Energie aus dem swt-Ökostromtarif »bluegreen« wird der kleine Italiener bei den Stadtwerken gefüttert. Zeitgleich mit der Vorstellung des neuen Einsatzfahrzeugs, das tatsächlich im täglichen Betrieb eingesetzt werden soll, eröffneten die Verantwortlichen der Stadtwerke die erste Elektro-Ladestation auf dem Gelände an der Eisenhutstraße 6.

Unscheinbar in einer grünen Säule verstecken sich zwei verstellbare Schuko-Steckdosen. Sicher vor Vandalen geschützt, öffnen sich die Vorrichtungen erst nach Autorisierung des Kunden durch einen Chip. Zeitgleich können zwei Fahrzeuge aufgeladen werden ­ ob Auto oder Pedelec, wie das zweite E-Fahrzeug der Stadtwerke, ist egal.

Als kommunaler Energieversorger sehen sich die Stadtwerke als Infrastrukturpartner. »Mit den neuen Fahrzeugen und der Ladestation wollen wir Erfahrungen sammeln«, erklärte swt-Geschäftsführer Achim Kötzle bei der Vorstellung der etwas andersartigen Tankstelle. Derzeit werde an speziellen Tarifmodellen gearbeitet, auch die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Deutschen Bahn oder Teil-Auto werde geprüft.

Um zu verhindern, dass Fahrer mit leergefahrenem Akku liegen bleiben, soll das Netz an Ladestationen ausgebaut werden. Zwar sind in Tübingen derzeit erst 14 Elektro-Fahrzeuge gemeldet ­ Pedelecs nicht mit eingerechnet ­ jedoch rechnet Kötzle mit einer raschen Zunahme, zumindest bei den E-Bikes. Vorstellbar sei es, an attraktiven Standorten, beispielsweise an zentralen Fahrradabstellplätzen in der Innenstadt oder am Freibad, aber auch in den swt-Parkhäusern, weitere Säulen zu errichten.
 
 

-ph

29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 10:04 Uhr

 

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