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Großer Zapfenstreich und großes Haus

Viel Fenster, viel Platz: Das neue Feuerwehrhaus macht eine gute Figur.
pr

22.Juli 2010
 

Löschangriffe, Brandcontainer, preisende Reden, Fahnenparade und ein Großer Zapfenstreich: Das Festprogramm der Freiwilligen Feuerwehr Dußlingen ist proppenvoll gepackt.
 

Die Helfer feiern am 24. und 25. Juli ihr 150-Jahr-Jubiläum mit allem was dazugehört und beenden den ersten Tag mit einer Premiere. Erstmals gibt es in der Gemeinde einen großen Zapfenstreich.

Die Zeremonie ist genau gleich wie beim Militär, nur eben mit Feuerwehren. Doch das ist nur einer von vielen Höhepunkten. Zwei Tage lang dreht sich in der Steinlachgemeinde alles um die Rettungskräfte, die am Sonntag reichlich beschenkt werden. Bürgermeister Thomas Hölsch übergibt das neue Feuerwehrhaus an Kommandant Günther Keinath. Damit beginnt eine neue Ära in der langen Geschichte der Dußlinger Hilfskräfte. Denn auf die Freiwillige Feuerwehr mit ihren 39 Aktiven warten neue Aufgaben. Der Tunnelbau an der B 27 fordert auch die Helfer heraus. Die neue größere Unterkunft liegt direkt an der Fernverbindungsstraße, auf der täglich 30 000 Fahrzeuge vorbeirauschen.

Mit dem neuen Haus und den entsprechenden technischen Möglichkeiten sind die Helfer für Jahre auf dem aktuellen Stand der Dinge und gut gerüstet, um allen erdenklichen Unglücken und Unfällen Herr zu werden. "Es kostet natürlich viel Geld, aber wir sind jetzt gut aufgestellt für die Zukunft", so Bürgermeister Hölsch. Nach dem ökumenischen Gottesdienst am Sonntag folgt der große Festakt mit der Übergabe. Los geht das Feierwochenende aber schon am Freitagabend. Dann nämlich schwitzen 32 Gruppen mit je 9 Feuerwehrleuten bei den Leistungsprüfungen. "Zuschauer sind hierzu herzlich eingeladen", sagt der Kommandant.

Am Samstag geht die Prüfung parallel zum anderen Programm weiter. Dann zeigt die Dußlinger Feuerwehr, wie sie vorgeht, wenn‘s brennt. Hierzu haben sie eigens einen Brandcontainer organisiert, der auf dem Übungshof steht. "Besucher können dabei auch mal testen, wie heiß so ein Einsatz ist", kündigt Günther Keinath an.

Der Hauptbrandmeister plante mit seinen Mannen die Feier, die am Sonntag mit dem 31. Kreisfeuerwehrtag einen weiteren Höhepunkt findet. Wehren aus dem ganzen Landkreis, Musikkapellen und Spielmannszüge präsentieren sich und ihre Ausrüstung bei einem Umzug durch die Gassen Dußlingens. ­

Visitenkarte der Gemeinde

Sie mussten bauen. Die Unfallkasse Baden-Württemberg hatte der Gemeinde Dußlingen auferlegt, ein neues Feuerwehrhaus zu errichten. Drei Millionen Euro stellte der Gemeinderat für das Vorhaben zur Verfügung. Nach 14 Monaten Bauzeit steht das Gebäude an exponierter Stelle direkt an der
B 27. »Wir sind unter drei Millionen Euro geblieben und halten es auch mit Ausstattung ein«, so der Bürgermeister Thomas Hölsch.

586 000 Euro Fördermittel erhält Dußlingen aus dem Ausgleichstock (250 000) sowie vom Land (336 000) als Zuschuss. Den Rest trägt die Gemeinde, die auf keinen Fall ein typisches Feuerwehrhaus mit Schlauchturm und in roter Farbe bauen wollte. »Das brauchen wir nicht. Wir wollten einen Zweckbau der auch als Visitenkarte der Gemeinde dient«.

Der Neubau des Nürtinger Architektenbüros Weinbrenner. Single. Arabzadeh an der B 27 ist bestens gerüstet für die schwierigen Aufgaben der Feuerwehr. Sechs Stellplätze stehen für Fahrzeuge zur Verfügung, dazu kommt eine Waschhalle, die ebenfalls als Stellplatz genutzt werden kann. Ein Schulungsraum, Büroräume, auch für den Kommandanten sowie eine Einsatzzentrale als Herzstück sind vorhanden.

Vor allem »Technik, die man nicht sieht«, so Hölsch, macht den Neubau so teuer. Neben dem Gebäude weist schon von weitem eine Übungswand auf den Zweck des Baus hin. Sie ist zwingend vorgeschrieben, damit die Feuerwehrmänner und -frauen daran üben können. Etwa wie sie richtig anleitern oder abseilen oder unter Atemschutz durch ein Fenster eindringen.

Dieter Reisner

22.07.2010 - aktualisiert: 22.07.2010 10:30 Uhr

 






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