15. Juli 2010
An exponierter Stelle auf dem Schnarrenberg, mit weitläufigem Blick über die Universitätsstadt - so forschen ab kommendem Jahr die Wissenschaftler der integrativen Neurowissenschaften in Tübingen. Jetzt feierten Bauleute, Verantwortliche von Uni und Klinikum zusammen mit den späteren Nutzern Richtfest.
Pünktlich zur Halbzeit begrüßte Bernd Selbmann, Leiter des Tübinger Amts Vermögen und Bau Baden-Württemberg, die Gäste und wies auf die beeindruckende Aussicht vom Dach des neuen Gebäudes aus hin. Seit rund 13 Monaten arbeiten die Bauleute bisher an dem Projekt. Die Fertigstellung des Forschungsgebäudes ist für Sommer 2011 geplant. Bislang wurden rund vier Millionen Euro in den Rohbau investiert am Ende werden es knapp 20 Millionen Euro sein.
»Die Tübinger Neurowissenschaften gelten seit den 1960er Jahren als Top-Adresse«, erklärte Uni-Prorektor Heinz-Dieter Assmann, der in Vertretung des erkrankten Rektors Bernd Engler gekommen war. Dies sieht auch der Wissenschaftsrat so und bewilligte 2007 dem Tübinger Neuro-Cluster im Rahmen der Exzellenzinitiative den Neubau. Dies bedeutet zudem eine kräftige Finanzspritze: Über einen Zeitraum von fünf Jahren stehen der Universität 6,5 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.
Das neue Gebäude bietet Platz für 216 Wissenschaftler. In Arbeitsgruppen aus fünf verschiedenen Bereichen erforschen sie die Funktionen des Gehirns und die Auswirkungen von Hirnerkrankungen. Die Mitarbeiter können sich dann auf rund 4 000 Quadratmetern Nutzfläche, aufgeteilt in Büros und Labore, ausbreiten.
Der Standort ist ideal für das neue Gebäude. Das »Hertie-Institut für kliniksche Hirnforschung« als direkten Nachbarn, ermöglicht die räumliche Nähe eine intensive Zusammenarbeit. Die beiden Gebäude definieren den Eingang zum Klinikareal am Schnarrenberg. Ein dritter geplanter Bau könnte das Ensemble abrunden. Grund genug für eine Umbenennung der Ottfried-Müller-Straße, fand der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Ingo Autenrieth. Er plädierte augenzwinkernd für »Nervenbahn 1 bis 3«.