15. Juli 2010
Das passte ja dann doch ganz gut zum Abschluss dieses Fußball-Sommermärchens, auch wenn das mit der Bronze-Medaille für Jogis Jungs leicht enttäuschend endete: die Hitzewelle, die nahe an die Rekordtemperaturen des Jahrhundertsommers von 2003 herankam.
Nach der kurzen Unterbrechung mit Schauern und Gewittern geht es noch einmal voll zur Sache, meinen die Vorhersager. Von Unwettern ist Tübingen einstweilen verschont geblieben. Man denkt da immer mit einem gewissen Bangen an die hochwasser-gefährdeten Orte Lustnau oder Bühl, auch ans Killertal und die Starzel. Der Hochwasserschutz gehört zu den Projekten, die unter dem kommunalen Sparzwang erst mal aufgeschoben wurden. Beten soll da ja helfen, und an Statistiken glauben auch.
Zadok hieß das erste Hitzehoch dieses Julis, Achilles wird das nächste heißen. Männliche Namen, das Alphabet durch und dann wieder von vorn. Die Namen lassen sich übrigens kaufen oder bei Ebay ersteigern. Eine Marion Krück hat Zadok erworben und sich wohl was dabei gedacht. Hajo Schumacher heißt der Wetterpate für Achilles. Veranstaltet wird das Namenskarussell vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin.
Vom Ozon ist bei der Hitze immer wieder die Rede. Ozon, so ein Umwelt-Gespenst wie Waldsterben, Feinstaub und Klimakatastrophe. Oben fehlt es, unten ist es zuviel. Oben in der Atmosphäre schützt es vor ultravioletter Strahlung, unten reizt es die Atemwege und desinfiziert nebenbei alles, was da kreucht und fleucht.
Dass man über das Ozonloch über der Antarktis und Australien nichts mehr hört, mag vielleicht daran liegen, dass die Aussies inzwischen samt und sonders vom Hautkrebs dahingerafft sind... aber nein, da haben doch noch ein paar Überlebende in Südafrika gekickt. Der deutsche Sieg mit 4:0 Toren sprach freilich doch schon für ernsthafte Schädigungen.
Unten, am Boden, ist das noch einmal paradox. Die Ozonkonzentration steigt in naturnah ländlichen Gebieten auf bedenkliche Werte und bleibt in den von Abgasen verpesteten Stadtkesseln wie Tübingen oder Stuttgart vergleichsweise moderat. Da ist dann halt anderswie dicke Luft.
Des Feinstaubs wegen hat Stuttgart übrigens nicht nur die Lastwagen ausgesperrt, sondern inzwischen auch die sogenannten alten Stinker mit der roten Feinstaub-Plakette konsequent verbannt. Dass man die nicht mehr nachrüsten kann, stört die Umweltbürokraten nicht. Sollen die armen Rostlauben-Schlucker sehen, wo sie bleiben. Nicht einmal die Park&Ride-Parkhäuser dürfen sie mehr ansteuern. Den Feinstaubwerten, schon vor der Jahreshälfte längst über der zulässigen EU-Norm, nützt die Plaketterei und die Verbannung nichts, null. Die Werte bleiben verboten hoch.
Mal sehen, ob sich Tübingen diesem Umwelt-Nonsense anschließt und auch noch heiße Luft produziert. Als ob es davon nicht schon genug gäbe.