Das Organisationsteam der Jugendkulturtage. Foto: Petra
1. Jugendkulturtage
Nicht nur zuschauen, sondern selber machen: Kinder und Jugendliche können vom 10. bis 13. Juni in Tübingen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Engagierte Kunstschaffende haben erstmals die Jugendkulturtage ins Leben gerufen. Für vier Tage verwandelt sich das Gelände um das ehemalige Egeria-Frottierlädle in einen bunten Mitmach-Zirkus.
»Wir wollen für Kinder und Jugendliche ein Forum bilden«, erklärte Initiatorin Ines Dulay-Winkler bei der Vorstellung des Programms. Und mindestens so bunt wie der vielfarbige Regenbogen, der das Programmheftchen der Veranstaltung ziert, ist auch das Angebot: Über 20 Workshops laden Kinder und Jugendliche ein, verschiedene Kunst- und Gestaltungsformen kennen zu lernen. Ob Bildhauerei oder Malen, Trommeln oder Theaterimprovisation, kreatives Schreiben, Action Painting oder Fotografieren die jungen Teilnehmer haben die Wahl.
Doch nicht nur Workshops stehen auf dem Programm. Ebenso sind Theateraufführungen, Tanzauftritte, musikalische Einlagen und Partys geplant. Die Organisatoren hoffen dazu auf spontane Aktionen rund um die Kunst.
Anmelden können sich die Jugendlichen über die Homepage oder am Eröffnungsabend am 10. Juni ab 17 Uhr. Wer gerne kreativ sein möchte, kann aber auch einfach so vorbei kommen und sich im Rahmenprogramm zur Kunst verführen lassen. Die Veranstaltung ist kostenlos.
Die Kunstschaffenden, die sich in dem Projekt engagieren, wollen bei den Jugendlichen in erster Linie Berührungsängste abbauen. »Man muss hier kein Kunstwerk erschaffen«, so Ines Dulay-Winkler. Und Mit-Organisatorin Eleonore Wittke ergänzt: »Wir wollen den Jugendlichen auch helfen, von Ängsten, die sie von der Schule her kennen, wegzukommen«. Wichtig sei einzig, Kreativität zu zeigen. Dann sei es möglich, eigene, möglicherweise noch im Verborgenen schlummernde Talente zu entdecken. Denn in punkto Freizeitgestaltung gäbe es neben Partyfeiern und Sporttreiben »nur wenig Kreatives«, weiß Zoulikha Outaggarts, die sich ebenfalls für das Projekt einsetzt.
Das Team der Jugendkulturtage will die Jugendlichen auch zum Nachdenken anregen und einen Gegenpol zum alltäglichen Konsum schaffen. »Man kann ja auch mal hinterfragen wie funktioniert denn zum Beispiel eine Trommel? Und nicht einfach in den nächsten Supermarkt gehen und eine kaufen«, verdeutlichet Emmanuel Wolfram, der den Trommelworkshop leitet.
Das Konzept der Veranstaltung haben sich die Organisatoren zusammen mit Jugendsozialarbeitern, Jugendlichen und interessierten Künstlern ausgedacht. Das gestaltete sich im Vorfeld gar nicht so einfach: Zwar gäbe es in Tübingen viele schöne Werkstätten, doch die meisten Künstler »sehen ihren Auftrag nicht in der Jugendarbeit«, so die Initiatorin. Dazu fehle die Vernetzung untereinander. Schließlich kam jedoch ein vielfältiger Kreis zusammen und die Veranstaltung kann ab dem 10. Juni stattfinden - »in Lowest Budget, dafür mit viel Herzblut und Engagement, beschreibt die JES-Projekt-erfahrene Initiatorin.
Die Organisatoren sind optimistisch, dass die kreative Entdeckungsreise keine Eintagsfliege bleibt: »Wir wünschen uns, dass es ein Auftakt ist«, so Eleonore Wittke. Denn, darin sind sich alle einig, »Kunst tut gut«.