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Gemeinschaftsschule: Baden-Württemberg bekommt eine neue Schulform: Die Gemeinschaftsschule, bei der Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Was halten Sie von diesem Schulkonzept?

 
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»Wir waren auf alles gefasst«

Knut Kircher pfiff das diesjährige Endspiel um den DFB-Pokal und erlebte überwältigende Momente.
Foto: JoBaur

KNUT KIRCHER IM GESPRÄCH
 

Ganz Fußball-Deutschland blickte vor wenigen Tagen nach Berlin, wo der FC Bayern München im Finale des DFB-Pokals mit 2:1 nach Verlängerung gegen die Gelb-Schwarzen von Borussia Dortmund siegte und den ersten Saisontitel einheimste. Der in Rottenburg-Hailfingen wohnende Knut Kircher wurde erstmals als leitender Schiedsrichter in diesem geschichtsträchtigen Endspiel eingesetzt. Im WOCHENBLATT-Interview spricht er von »überwältigenden« Momenten und freut sich über die EM-Nominierung seines Tübinger Schiedsrichter-Kollegen Volker Wezel.
 

Herr Kircher, erstmals durften Sie das Finale um den DFB-Pokal leiten. Was war das für ein Gefühl?
Kircher: Überwältigend, wenn sie hinter dem Vorhang stehen, noch eine Minute bis ultimo, dann geht dieses Ding hoch und man läuft in ein prall gefülltes Rund in den Abendhimmel von Berlin mit einer wahnsinnigen Stimmung, steht da, hört die Nationalhymne und alles um einen herum, was weiter entfernt ist als die Rundbahn, verschwindet in einer riesigen Geräuschkulisse.

Was dachten Sie, als kurz vor Ende der regulären Spielzeit noch der Ausgleichstreffer durch den Dortmunder Mladen Petric fiel?
Kircher: Uns als Schiedsrichter-Team war es egal, ob hier noch ein Ausgleichstreffer fällt, wir waren auf alles gefasst bis ins Elfmeterschießen. Der wichtigste Gedanke bei solch entscheidenden Toren ist beim Schiedsrichter-Team immer der, dass alles regelkonform abgelaufen ist. Welche Mannschaft ein Tor schießt, war dann völlig gleichgültig. Erst ein paar Sekunden danach, mit der Sicherheit des korrekten Tores, realisiert man, dass dies für die Stimmung im Stadion und die Dramatik des Spiels eine riesige Bedeutung hatte.

Wie schätzen Sie Ihre Schiedsrichter-Leistung an diesem Abend ein?
Kircher: Ich war ja glücklicherweise nicht alleine auf dem Platz, sondern hatte in meinen Kollegen Jan Salver, Volker Wezel und Markus Schmidt ein hellwaches und wunderbar harmonisches Team um mich herum, sodass wir sicherlich mit Fug und Recht sagen können, dass wir nichts Spielentscheidendes beigetragen haben, dass dieses Finale von uns entschieden worden wäre. Es haben die Fußballer dieses Spiel entschieden.

Die EM in diesem Jahr findet ohne Ihre Beteiligung statt. Machen Sie sich Hoffnungen auf die WM 2010 in Südafrika?
Kircher: Nein! Die EM findet mit Beteiligung von Volker Wezel statt, das freut mich riesig. Die WM 2010 findet ohne mich statt, da auch hier bereits wegweisende Entscheidungen von den Verantwortlichen der FIFA getroffen sind, und darüber bin ich auch nicht im geringsten traurig, sondern freue mich für diejenigen, die es sein werden. Auch für Schiedsrichter ist es wichtig, das Vertrauen der Funktionäre zu spüren und dies auch langfristig vor solchen Turnieren.

Das Gespräch führte Athanasios Tsintsaris

24.04.2008 - aktualisiert: 24.04.2008 09:36 Uhr

 






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